Im Zentrum meines Coachingansatzes liegt der Lernprozess meines Klienten/Coachee. Der Lernprozess soll meinen Coachee befähigen, sowohl adhoc in Situationen als auch langfristig seine Handlungsoptionen und Handlungsfähigkeit zu maximieren. Ich Unterscheide hier bewußt, da die Verfügbarkeit von vielen Handlungsoptionen nicht gleichbedeutend ist mit Handlungsfähigkeit. Die Handlungsfähigkeit ist, die Handlungsoptionen auch tatsächlich “ausspielen” zu können! Aus einer faktisch, theoretischen Handlungsoption wird eine praktisch anwendbare Handlungsoption.
Wie der kybernetisch geschulte Leser herausliest, geht es hier u.a. um den ethischen Imperativ von Heinz von Foerster. Das zu leben ist nicht immer einfach, denn wer viele Handlungsoptionen hat die “Qual der Wahl” und kann auch “falsch” handeln. Zudem steht man leicht zwischen folgenden Polen:
Meine Antwort auf die Frage, für welche Seite ich mich entscheiden soll lautet: für keine von Beiden. Der beste Weg ist der Weg der goldenen Mitte. Das heißt, dass es zu lernen gilt, zwischen diesen beiden Polen oszillierend zu “atmen”. Es geht quasi darum, die Entscheidungsfertigkeit zu erlangen, wann zeitlich welcher “Pol” für mich der Richtige ist. Und gleichzeitig ist dieses “oszilieren” zwischen den Polen als kontinuierlicher Prozess zu sehen, den es zu erlernen gilt. Daraus folgt:
Der Leser möge mir die nicht ganz saubere Unterscheidung von Fähigkeit und Fertigkeit verzeihen. Ich selbst bin mit diesen Begriffen nicht ganz glücklich, da für mich konkrete handelbare Möglichkeiten eigentlich das Wichtige sind.
Für mich bin ich in diesem Reflexionsprozess meiner eigenenb Definition für Kybernetik näher gekommen:
Die Kybernetik ist für mich das “oszillierende” Atmen zwischen der Kybernetik erster und zweiter Ordnung. Die Kybernetik 1. Ordnung dient der Komplexitätsreduktion und damit der Handlungsfähigkeit in der Gegenwart. Die Kybernetik 2. Ordnung im konstruktivistischen Sinne dient der Vernetzung und der Erhöhung der Komplexität, der Sinnstiftung und der Akzeptanz der Ohnmacht, dass wir die Welt als einzelnes Individuum nicht kontrollieren können. Sie dient aber gleichzeitig dafür, die kollektive, übersummative Intelligenz im Netzwerk zu nutzen.
Peter Kruse würde es vielleicht als richtigen Mix von “Old School” und “New School” bezeichnen?
Lieber Peter, ich wünsche Dir, das Du in Frieden ruhest. -Andreas
]]>Leider etwas wenig Tiefgang, da hier offensichtlich nur von der Kybernetik 1. Ordnung gesprochen wird …
]]>Über einen Dialog auf www.sltalk.de in Verbindung eines YouTube Videos über die Kybernetische Revolution ist die Frage nach “Was ist eigentlich Kybernethik?” berechtigt. Zunächst hier das Video:
Michael meinte, dass man in Japan und Korea zwar neuen Technologien aufgeschlossener gegenüberstehen, aber “das System” mehr im Vordergrund steht als das “Individuum Mensch”. Ich frage mich, wie weit Heinz von Foerster nach vorne schauen konnte, was waren seine tatsächlichen Schlüsselerlebnisse im BCL und warum hat er sich so zurückgezogen auf seinen Rattle Snake Hill?
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