<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" > <channel><title>Kommentare zu: RealitÃ¤t, VirtualitÃ¤t und Konstruktivismus</title> <atom:link href="http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/</link> <description>Nur die Fragen, die prinzipiell unentscheidbar sind, kÃ¶nnen wir entscheiden.</description> <lastBuildDate>Wed, 17 Aug 2011 19:42:37 +0000</lastBuildDate> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator> <item><title>Von: Michael Wald</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-66</link> <dc:creator>Michael Wald</dc:creator> <pubDate>Thu, 08 Feb 2007 20:11:34 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-66</guid> <description>Als Antwort schrieb ich am darauffolgenden Tag:Hallo nochmal.Ich finde Ihre Gedanken sehr interessant aber was ist mit Asien, Afrika,  Europa und Russland als Teil im Globalen Machtspiel?Meine Gesamtsicht der Dinge ist folgende:Wie das Universum entstanden ist weiss ich nicht, geschweige denn wodurch und wodurch das wodurch und so weiter.... Zu diesem Thema bin ich auch glaubensfrei.Ich &quot;glaube&quot;, dass unser Universum als System, unsere Galaxie, unser Sonnensystem und unser Planet aber eine fortwÃ¤hrende Entwicklung durchlÃ¤uft. Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht. Zu diesem Thema bin ich auch &quot;glaubensfrei&quot;.Ich glaube, dass sich der Mensch und alle anderen Lebens- und Materieformen auf unserem Planeten &quot;evolutionÃ¤r&quot; entwickelt haben und weiter entwickeln werden. Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht.Aus dieser Sicht verstehe ich nicht, wie man Mensch und Natur trennen kann! Der Mensch ist Teil der &quot;Natur&quot;. Das ist die Natur des Menschen. FÃ¼r mich gibt es diese Trennung nicht. Der Mensch kann nicht die Natur zerstÃ¶ren. Es finden &quot;lediglich&quot; Transformationen im (Teil)-System Erde statt. Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht.Liebe GrÃ¼ÃŸe</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort schrieb ich am darauffolgenden Tag:</p><p>Hallo nochmal.</p><p>Ich finde Ihre Gedanken sehr interessant aber was ist mit Asien, Afrika,  Europa und Russland als Teil im Globalen Machtspiel?</p><p>Meine Gesamtsicht der Dinge ist folgende:</p><p>Wie das Universum entstanden ist weiss ich nicht, geschweige denn wodurch und wodurch das wodurch und so weiter&#8230;.<br /> Zu diesem Thema bin ich auch glaubensfrei.</p><p>Ich &#8220;glaube&#8221;, dass unser Universum als System, unsere Galaxie, unser Sonnensystem und unser Planet aber eine fortwÃ¤hrende Entwicklung durchlÃ¤uft. Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht.<br /> Zu diesem Thema bin ich auch &#8220;glaubensfrei&#8221;.</p><p>Ich glaube, dass sich der Mensch und alle anderen Lebens- und Materieformen auf unserem Planeten &#8220;evolutionÃ¤r&#8221; entwickelt haben und weiter entwickeln werden. Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht.</p><p>Aus dieser Sicht verstehe ich nicht, wie man Mensch und Natur trennen kann!<br /> Der Mensch ist Teil der &#8220;Natur&#8221;. Das ist die Natur des Menschen.<br /> FÃ¼r mich gibt es diese Trennung nicht. Der Mensch kann nicht die Natur zerstÃ¶ren.<br /> Es finden &#8220;lediglich&#8221; Transformationen im (Teil)-System Erde statt.<br /> Wohin das fÃ¼hrt weiss ich nicht.</p><p>Liebe GrÃ¼ÃŸe</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Michael Wald</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-65</link> <dc:creator>Michael Wald</dc:creator> <pubDate>Thu, 08 Feb 2007 20:06:45 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-65</guid> <description></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Freundlicher Weise hat Herr Dammbeck mir am  sehr ausfÃ¼hrlich geantwortet.</p><p>email vom 30.01.2007 :</p><p>Lieber Herr Wald,<br /> vielen Dank fÃ¼r die Mail und das Angebot fÃ¼r einen Kommentar zur Frage &#8220;Heinz von Foerster &#8211; Computer&#8221;.<br /> Vielleicht kÃ¶nnen Sie ja meine Anmerkungen Ihren &#8220;Kybernetikern&#8221; zur Kenntnis bringen, sicher kennen Sie schon die Website<br /> <a href="http://www.expolar.de/kybernetik/?" rel="nofollow">http://www.expolar.de/kybernetik/?</a></p><p> Der Beobachter des Videos sei jedoch vor der Inszenierung und Darstellung durch Lutz Dammbeck gewarnt. Die Aussage â€œâ€¦ einen eigenen Computer hat HvF nie besessen. Weil er offenbar glaubt, selber einer zu sein â€¦â€? ist falsch! Monika Broecker, welche die letzten Jahre mit Heinz verbrachte, sagte mir einmal, dass Heinz einen alten Atari in seiner Kammer hatte. Zudem glaube ich NICHT, das Heinz glaubte ein Computer zu sein.</p><p> Die Anregung fÃ¼r die Formulierung erhielt ich in einem von mehreren VorbereitungsgesprÃ¤chen mit Karl H.MÃ¼ller und Albert MÃ¼ller,<br /> MitbegrÃ¼nder der &#8220;Heinz von Foerster-Gesellschaft&#8221; in Wien und (Albert MÃ¼ller) Leiter des &#8220;Heinz von Foerster-ArchivÂ´<br /> <a href="http://www.univie.ac.at/heinz-von-foerster-archive/vs" rel="nofollow">http://www.univie.ac.at/heinz-von-foerster-archive/vs</a>&#8221; am Institut fÃ¼r Zeitgeschichte der UniversitÃ¤t Wien, durch eine entsprechende Bemerkung<br /> von Karl H.MÃ¼ller. Wegen des genauen Wortlauts mÃ¼ÃŸte ich in den Transcriptionen von 2002/2003<br /> nachschauen. Dass er einen Atari &#8220;in der Kammer hatte&#8221; wÃ¼rde nicht gegen meine Formulierung sprechen, die ich im Ã¼brigen auch<br /> nach Fertigstellung des Films nicht mehr 100%ig prÃ¤zise fand, und in der englischen Fassung des Films etwas umformuliert habe:<br /> &#8220;Heinz von Foerster has never owned a computer of his own because he apparently believes<br /> that he himself is the more brilliant machine.&#8221; Das scheint es mir besser zu treffen, auch gerade vor dem Hintergrund der Faszination fÃ¼r &#8220;intelligente (nichttriviale) Maschinen&#8221; im BCL, die ja von Ashby dort angeblich gebaut wurden. Leider lieÃŸ sich dafÃ¼r kein konkreter Beweis mehr finden, da die Prototypen von einem Hochwasser zerstÃ¶rt wurden, wie mir die AngehÃ¶rigen von Ashby auf Nachfragen mitteilten. Im Ã¼brigen fiel dann das BCL nach dem &#8220;Mansfield Amendment&#8221; aus dem Kreis der ZuwendungsempfÃ¤nger heraus, weil den MilitÃ¤rs diese Art von Maschinen anscheinend zu &#8220;verrÃ¼ckt&#8221; und fÃ¼r die schnelle Anwendung im Vietnamkrieg ungeeignet erschienen. DafÃ¼r wurden intelligente technische SystemlÃ¶sungen gesucht (und gefunden), die schnell einsetzbar waren,<br /> Zudem vermute ich, das er die Terminologie â€œtrivialeâ€? und â€œnicht trivialeâ€? Maschinen nutzte, um zu provozieren und um zu kontrastrieren. Um die Menschen anzuregen, die weiter denken.<br /> Heinz von Foerster hat diese Begriffe in den GesprÃ¤chen, die ich mit Ihm fÃ¼hren konnte, mehrfach verwendet.<br /> Bedenken Sie bitte auch, dass Heinz von Foerster nicht nur ein brillianter Wissenschaftler, sondern mit gleicher Leidenschaft<br /> auch ZauberkÃ¼nstler und charmanter GeschichtenerzÃ¤hler war.<br /> Im Ã¼brigen scheint mir die Faszination fÃ¼r intelligente Maschinen, gerade auch mit dem Wissen darum (wie im Falle HvF anzunehmen),<br /> dass es dazu (Gott sei Dank) nicht kommen kann, zu Heinz von Foerster und den &#8220;Macys&#8221; zu gehÃ¶ren, wie &#8220;social engineering&#8221; oder anderes,<br /> Hierzu hÃ¤nge ich ein paar Ãœberlegungen an, die vielleicht zur weiteren Diskussion anregen.</p><p>FILTER UND STÃ–RGERÃ„USCHE<br /> Arbeitsnotizen zum Film â€žDas Netzâ€œ, Stand Mai 2006</p><p>Als ich im Jahr 2001 mit der Arbeit am Film begann, wollte ich zunÃ¤chst den Affairen nachspÃ¼ren, die moderne Kunst mit Computern und neuen Technologien in den 1960er Jahren eingegangen waren. Begriffe wie Loop, Feedbackschleife, System, Simulation oder Kommunikation verwendeten ja nicht nur Kybernetiker und Systemtheoretiker, sondern gehÃ¶rten auch zum Programm einer in diesen Jahren revoltierenden Avantgarde<br /> die alle Grenzen zwischen Kunst und Leben auflÃ¶sen wollte:<br /> CHANGE NOW!<br /> Pop- und Op-Art, Mixed Media, Happenings, KÃ¼nstler wie John Cage, Nam June Paik oder Andy Warhol, Bands wie Grateful Dead und Velvet Underground &#8211; das war ein Cocktail aus Revolte, Rock und Pop, der mich faszinierte. Die Botschaft war: alles ist mÃ¶glich, RealitÃ¤t ist beliebig verÃ¤nderbar. Du bist, was du sein willst!</p><p>Bei nÃ¤herer Betrachtung schien mir dieser Mix aber nur Teil eines viel komplexeren â€žMeta-Systemsâ€œ zu sein, das zwar Kunst und Computer mit einschloÃŸ, aber noch viel mehr umfaÃŸte.<br /> ZunÃ¤chst war ich von einer zumindest gleichberechtigten Rolle der Kunst im VerhÃ¤ltnis zur Wissenschaft und den neuen Technologien ausgegangen. Doch je lÃ¤nger ich recherchierte, desto blasser wurde das Bild von einer Multimedia-Moderne mit der Aura des kritischen â€žAnderenâ€œ.<br /> Mir schien, dass Kunst nicht StÃ¶rgerÃ¤usch, sondern SystemverstÃ¤rker<br /> gewesen war, und das lange bevor â€žaus der Gegenkultur die Kultur wurdeâ€œ, wie es Stewart Brand in â€žDas Netzâ€œ formulierte.<br /> So begann ich mich stÃ¤rker fÃ¼r die Vordenker und Konstrukteure dieses wissenschaftlich-technisch basierten â€žMeta-Systemsâ€œ zu interessieren &#8211;<br /> und fÃ¼r deren Auftraggeber.<br /> Meine Recherche fÃ¼hrte mich so zu den AnfÃ¤ngen der Kybernetik, der Systemtheorie, der Bionik, des parallelen Rechnens, der kÃ¼nstlichen Intelligenz, dem Bau von Computern und dem Konstruktivismus als Denktradition.</p><p>Bald stiess ich auch auf die legendÃ¤ren Macy-Konferenzen, an denen Elitewissenschaftler, Sciencemanager und Beamte verschiedener amerikanischer BehÃ¶rden teilnahmen, und die Grundrisse fÃ¼r eine symbolische Welt als â€žoffenes Systemâ€œ entwickelten.</p><p>Im RÃ¼ckblick erscheinen die Macy-Konferenzen, folgt man Claus Pias, als der Ort, wo Â»ein Theorie-Werden im Vollzug beobachtet werden konnteÂ«.<br /> Die drei entscheidenden Bausteine fÃ¼r dieses Theorie-Werden stammten allesamt aus den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts:<br /> Warren McCullochs A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity, Norbert Wieners Behavior, Purpose, and Teleology und Claude Shannons Mathematical Theory of Communication.<br /> Sie lieferten die theoretischen AnstÃ¶ÃŸe, aus denen die Teilnehmer der Macy-Konferenzen eine universale Theorie der Regulation, Steuerung und Kontrolle zu entwickeln suchten. Diese Theorie beanspruchte, fÃ¼r Lebewesen ebenso wie fÃ¼r Maschinen, fÃ¼r Ã¶konomische ebenso wie fÃ¼r psychische Prozesse und fÃ¼r soziologische ebenso wie fÃ¼r Ã¤sthetische PhÃ¤nomene zu gelten.<br /> Der Mensch erschien nun als ein besonderer Fall der Informations-<br /> maschine, und die Informationsmaschine als ein besonderer Fall des Menschen. Mit Hilfe der von Norbert Wiener entwickelten Kybernetik<br /> setzte sich eine neue Denkweise durch, die eng mit der Entwicklung von Waffenlenk- und -kontrollsystemen einherging, wobei sich die Unterschiede zwischen Belebtem und Unbelebtem &#8211; zwischen Mensch und Maschine &#8211; verwischten.</p><p>Mich interessierte an den Macy-Konferenzen aber nicht nur der interdisziplinÃ¤re Ansatz im Geist des Wiener Kreises, sondern auch die Tatsache, dass zahlreiche Teilnehmer der Konferenzen damals oder wenig spÃ¤ter wichtige SchlÃ¼sselpositionen bei der Entwicklung von Computern, zum Beispiel im Waffenbau, bei der Verhaltensforschung oder in der Soziologie besetzten: Jerome Wiesner als Direktor des MIT und MitbegrÃ¼n-der des Center for Advanced Visual Studies, J. C. R. Licklider in der ARPA, John von Neumann beim Â»Manhattan-ProjektÂ«, der Gestalt- und Sozialpsychologe Kurt Lewin bei der Entwicklung neuer Modelle fÃ¼r Â»FÃ¼hrung als Gestaltung komplexer SystemeÂ« oder der Soziologe Paul Lazarsfeldt in der angewandten Sozialforschung.</p><p>Spannend fand ich aber nicht nur die zu Fragen der Kybernetik abgehaltenen Konferenzen, sondern auch die Treffen, die sich dem Einsatz der Psychiatrie oder der Wirkung von LSD und Psychopharmaka im Zeichen einer Doktrin des Â»Mental Health MovementÂ« widmeten &#8211; der Heilung einer durch Faschismus und Totalitarismus â€žkrankenâ€œ Welt, und die damit einhergehende dynamische Suche nach einem immerwÃ¤hrenden Zustand von Harmonie &#8211; in einer neuen Ordnung fÃ¼r diese Welt.<br /> Von Margaret Mead und Larry Frank, zwei der SÃ¤ulen der Macy-Konferenzen, ist durch Steve Josuah Heims in seinem Buch â€žCONSTRUCTING A SOCIAL SCIENCE FOR POSTWAR AMERICA. THE CYBERNETICS GROUPâ€œ im Zusammenhang mit einer 1947 in London abgehaltenen Konferenz zum Thema â€žWeltgesundheitâ€œ folgendes Zitat Ã¼berliefert:<br /> Â»Das Ziel von geistiger und seelischer Gesundheit erweitert sich, von der Vorsorge fÃ¼r die Entwicklung von gesunden PersÃ¶nlichkeiten hin zu den grÃ¶ÃŸeren Zielen von einer gesunden Gesellschaft. Das Konzept von geistiger Gesundheit steht im engen Zusammenhang mit einer neuen Weltordnung und Weltgesellschaft.â€œ<br /> Unstrittig unter den Teilnehmern der Konferenzen war, dass die USA das Modell dieser neuen Weltordnung und Weltgesellschaft sein sollten: das kommende Jahrhundert wÃ¼rde das einer Â»Pax AmericanaÂ« sein, einer Â»One WorldÂ« unter FÃ¼hrung der USA.</p><p>Geboren waren diese Utopien von einer Weltheilung durch neue Technologien und Wissenschaft auch aus der tiefsitzenden und existienziellen Angst einiger Teilnehmer der Konferenzen.<br /> Es war die Angst der Emigranten vor der Vernichtung durch Lager und Gaskammern auf Grund der ZugehÃ¶rigkeit zu einer Rasse &#8211; der jÃ¼dischen Rasse. Die Ursachen dafÃ¼r schienen fÃ¼r sie sowohl im repressiven Charakter wie in autoritÃ¤ren und rassistischen Strukturen begrÃ¼ndet, die durch Erziehung und Tradition verursacht und begÃ¼nstigt wurden. Familie, Nationalismus, Nation, Religion und Mythos schienen unauflÃ¶slich verbunden mit Faschismus und Rassismus in einer Angst machenden Synthese, fest verknÃ¼pft mit der metaphysischen Vorstellung von einer â€žÃ¼bernatÃ¼rlich geschaffenen Naturâ€œ. Diese Natur erschien gefÃ¤hrlich und verdÃ¤chtig, wie SchÃ¶nheit und Harmonie TrÃ¤ger dunkler und irrationaler MÃ¤chte zu sein.<br /> Nun sollte es eine neue Natur geben: von Menschen gemacht, programmiert und kontrollierbar &#8211; eine neue Evolution.</p><p>DafÃ¼r schien es notwendig, nicht nur die Natur des Menschen und dessen kulturelle Muster zu verÃ¤ndern, sondern die Welt in eine postnationale, multi-ethnische Weltgesellschaft ohne festgeschriebene Grenzen zu verwandeln. Die erforderlichen Werkzeuge und BauplÃ¤ne fÃ¼r diese neue Weltordnung glaubten die â€žMacy-Gruppeâ€œ und andere anbieten zu kÃ¶nnen: neue  und schnellere Rechenmaschinen, Systemtheorie und kybernetische Modellwelten, mit denen alle Bereiche von Wissenschaft, Kultur und Politik kontrollier- und steuerbar erschienen.</p><p>Doch in diesem System gab es nicht nur dessen Agenten und Partikel, die gemÃ¤ÃŸ den kybernetischen Vorstellungen von Â»control and communicationÂ« reibungslos durch die neugeschaffenen Netzwerke zirkulierten, sondern auch StÃ¶rgerÃ¤usche &#8211; im technischen wie im metaphorischen Sinne.<br /> StÃ¶rgerÃ¤usche von Einzelnen und Gruppen, denen diese Entwicklung Angst machte, und ihren Widerstand provozierte.<br /> 1975 erschien in den USA das Buch â€žThe Monkey Wrench Gangâ€œ, ein Ã–kokrimi des Schriftstellers Edward Abbey, in dem ein obskures Quartett durch Amerika irrte, und die Maschinen, welche die unberÃ¼hrte Natur zerstÃ¶ren, sabotierte. Abbey stand in der Tradition Thoreaus und hatte die Wildnis- und Naturschutzbewegung der USA maÃŸgeblich beeinflusst.<br /> Sein Buch war bald Kult bei den StÃ¤mmen von â€žÃ–ko-Krieger/innenâ€œ, die sich in den USA in den 70er Jahren formierten, und  fÃ¼r die Verteidigung der Natur und gegen UmweltzerstÃ¶rung durch den technischen-wissenschaftlichen Fortschritt kÃ¤mpften. 1979 bildete sich aus diesem Umfeld<br /> die Gruppe â€žEarth First!â€œ, eine anarcho-terroristische Vereinigung, die in enger Verbindung mit Gruppen wie dem World Wide Fund for Nature,<br /> der Audubon Gesellschaft, Greenpeace, den Zapatistas oder der Earth Liberation Front operierte. Earth First gab auch eine Zeitschrift heraus, das Eart First Jounal.<br /> Einer der Leser des â€žEarth First! &#8211; Journalâ€œ war auch ein ehemaliger Mathematikprofessor aus Berkeley, Ted Kaczynski. 1969 hatte der Sohn polnischer Einwanderer aus einem kleinen Dorf in den Karpaten Ã¼berraschend seinen Ausstieg aus UniversitÃ¤tslaufbahn und der Mathematik verkÃ¼ndet, und war in die Wildnis Montanas abgetaucht, wo er sich mit Hilfe seines Bruders eine HÃ¼tte baute, die detailgetreu der HÃ¼tte Thoreaus am Walden-See nachempfunden war.<br /> Wie sein Vorbild Henry David Thoreau suchte er hier in einem strengen Selbstexperiment nach wirklichen Erfahrungen und einer RealitÃ¤t, die sich im grenzenlosen Raum von Mathematik und Logik in abstrakte Strukturen und Formeln aufgelÃ¶st hatte.<br /> Auf Ã¼ber 40.000 Tagebuchseiten protokollierte er Ã¼ber 20 Jahre lang<br /> seinen Versuch, ein autonomes Leben im Einklang mit der Natur zu fÃ¼hren.<br /> Seine private Wiederaneignung der verlorengegangenen Einheit von Mensch und Natur war der Versuch, die durch Technologie und Zivilisation in der heutigen Form verursachte Entfremdung zu Ã¼berwinden, um so zu Ganzheitlichkeit und ursprÃ¼nglich angeborenem â€žsinnlichen Wissenâ€œ zurÃ¼ckzufinden. Einer seiner Freunde, der Autor und radikal-Ã¶kologische Anarchist John Zerzan formulierte den Impuls dafÃ¼r folgendermaÃŸen:<br /> â€žTrotz des Beweises, dass Kultur nur zum Nachteil der Natur dominieren konnte, muÃŸ man sich immer wieder sagen lassen, dass das Symbolische &#8211; wie auch die Entfremdung &#8211; ewig sei. Folglich werden alle Fragen nach deren UrsprÃ¼ngen negiert. Keinerlei Spuren sollen verfolgt werden, auÃŸer die jener Semiotik, in der alles gefangen ist.<br /> Massiver und unbefriedigender Konsum, verbunden mit dem Diktat der Produktion und sozialer Kontrolle, soll als tÃ¤glicher Trost fÃ¼r die Abwesenheit von Sinnlichkeit und vormaliger Ganzheit dienen.<br /> Wir sind dermaÃŸen in der kulturellen Logik der Verdinglichung und der verdinglichenden Logik der Kultur gefangen, daÃŸ jene ungehÃ¶rt bleiben, die neue Rituale und Formen der Darstellung einer wieder verzauberten und ganzheitlichen Existenz vorschlagen.<br /> Die Kultur und die Zivilisation brachte uns dazu, unseren eigenen und angeborenen Geist und unsere angeborene Ganzheit zu verraten, und verfÃ¼hrte uns in ein immer schlechter werdendes Reich der synthetischen, voneinander isolierenden und armseligen Entfremdung.â€œ</p><p>1996 verhafteten FBI-Agenten Ted Kaczynski in seiner HÃ¼tte als den<br /> sogenannten Â»UnabomberÂ«, den das FBI fÃ¼r 23 BombenanschlÃ¤ge verantwortlich machte, die zwischen Mai 1978 und April 1995 die USA erschÃ¼tterten. Anschlagsziele waren u.a. Manager groÃŸer Fluggesellschaften und Wissenschaftler verschiedener EliteuniversitÃ¤ten., wie der Verhaltensfor-scher James McConnell, der Computerwissenschaftler David Gelernter oder Chef der Fluglinie United Airlines, Percy Wood.<br /> Das FBI hielt Ted Kaczynski, der als Student in Harvard unter dem Codenamen â€žLAWFULâ€œ Versuchskaninchen fÃ¼r psychologische Experimente eines ehemaligen OSS-Psychologen gewesen war, auch fÃ¼r den Autor eines Manifests mit dem Titel Â»Industrial Society and Its FutureÂ«, in dem 1995 eine bis dahin unbekannte Gruppe von Anarchisten mit dem Pseudonym Â»FC der Â»technologischen GesellschaftÂ« den Krieg erklÃ¤rt hatte.<br /> Der Text war an zwei fÃ¼hrende amerikanische Zeitungen verschickt worden mit der Aufforderung, den Text abzudrucken, und mit der Zusage, in diesem Fall die Serie der BombenanschlÃ¤ge einzustellen.<br /> Die beiden Zeitungen druckten den Text, der seither in verschiedenen Fassungen im Internet kursiert. Bereits der erste Satz schlÃ¤gt den Grundton an: â€žDie industrielle Revolution und ihre Folgen sind eine Katastrophe fÃ¼r die Menschheit.â€œ Das Manifest setzt sich entschieden von dem Fortschritts-glauben und Fortschrittsoptimismus ab, der die europÃ¤ische Entwicklung der Neuzeit begleitete und schlÃ¤gt sich auf die Seite von Fortschritts-<br /> kritikern wie Rousseau, Ellul oder konservativen Zivilisationskritikern etwa der Romantik.<br /> Das Manifest plÃ¤diert nun aber nicht fÃ¼r Machtlosigkeit und PassivitÃ¤t gegenÃ¼ber der Natur, sondern dafÃ¼r, daÃŸ die Macht des industriellen Systems gebrochen wird, und die Macht und Freiheit der Einzelnen und kleinen Gruppen verstÃ¤rkt werden soll &#8211; also: small scales, face to face.<br /> Der Text schwankt dabei zwischen Analyse der industriellen Gesellschaft, MutmaÃŸungen Ã¼ber ihre Zukunft und taktischen Ãœberlegungen zu ihrer ZerstÃ¶rung und endet mit dem Aufruf zur Revolution im Stile eines konsequenten futuristischen Elitenprogramms.<br /> Eine kleine Gruppe intelligenter Menschen muÃŸ gewonnen werden mit der strategischen Polarisierung: Masse gegen Elite.<br /> Die Revolution soll nicht politisch sein, sondern technologisch-wirtschaftlich. Ziel ist nicht, die politische Macht zu Ã¼bernehmen, sondern eine Revolution von unten: create your own space &#8211; and defend it.<br /> Das einzige traditionelle Etikett, das sich FC zulegt &#8211; und auch dies nur nebenbei, in einer FuÃŸnote, ist das des Anarchisten.</p><p>Mit dem Unabomber und seinem Manifest auf der einen Seite, und den Designern einer Welt als â€žoffenem Systemâ€œ auf der Grundlage von wissenschaftlicher Weltauffassung und wissenschaftlich-technischem Fortschritt auf der anderen Seite, so meine Recherchen bei Drehbeginn, standen sich also ZWEI diametral verschiedene Weltheilungsversuche gegenÃ¼ber, die beide sowohl aus Angst, Paranoia wie aus der Hybris geboren waren, fÃ¼r eine WELTHEILUNG auserwÃ¤hlt  u n d  berufen zu sein.</p><p>Der Versuch Kaczynskis, Â»unsichtbareÂ« oder Â»verborgeneÂ« Bereiche in entlegenen WÃ¤ldern zu schaffen, die dem Zugriff der Informations- und Kontrollgesellschaft entzogen sind, wurde vom FBI und den meisten amerikanischen Medien zum reinen Kriminalfall ohne jede politische Bedeutung erklÃ¤rt, und Kaczynski als paranoider Â»sickieÂ« stigmatisiert. Das fÃ¼hrte bald zum Abflauen der anfÃ¤nglichen Faszination und UnterstÃ¼tzung durch Teile der linksliberalen Intelligentsja und Cyberelite, so Kevin Kelly 1995 in â€žWiredâ€œ: Â»Dieser Typ ist ein Freak, einer von uns. Das [Manifest] ist aufgebaut wie eine Doktorarbeit oder wie eine computerwissenschaftliche Studie. Sehr sauber. Wie seine Bomben.â€œ</p><p>Auf der anderen Seite scheinen sich die hochfliegenden TrÃ¤ume von der Heilung einer Â»krankenÂ« Welt durch Wissenschaft und Technologie heute aber zunÃ¤chst einmal in einem sich weltweit ausdehnenden Handelsnetz konkretisiert zu haben.<br /> Dieses â€žNetzâ€œ ist die Voraussetzung fÃ¼r einen einheitlichen, formalisierten und globalisierten Einheitsmarkt. FÃ¼r dessen unaufhÃ¶rliche und unendliche Ausdehnung, das ist die Grundidee und nicht begrenzbares Wesensmerk-mal, stellen allerdings die Existenz von Staaten, Nationen, Grenzen oder schwer anschluÃŸfÃ¤hige Religionen, etwa der Islam, Hindernisse dar.<br /> Der Logik des Netzes folgend mÃ¼ssen diese nicht nur beseitigt oder anschluÃŸfÃ¤hig gemacht werden, sondern auch die zu transportierenden Informationen, Waren und letztlich auch entwurzelte Menschen mÃ¼ssen so geformt werden, dass sie problemlos durch das Netz flieÃŸen kÃ¶nnen.</p><p>Die Technologie liefert die Modelle der Regeln und die Normen, die dieser Â»flowÂ« benÃ¶tigt. Alles, was ihn behindert, wird als IrregularitÃ¤t und SystemstÃ¶rung behandelt.<br /> Â»FormatierenÂ« und Â»RuhigstellenÂ« sind deshalb Aufgaben, fÃ¼r die von der Psychologie, der Psychiatrie, der Verhaltensforschung, der EntertaÃ­nment- und Medienindustrie und zukÃ¼nftig auch der Bio- und Gentechnik effektive und praktikable LÃ¶sungen erwartet werden, um die fÃ¼r die nÃ¤here Zukunft prognostizierten Massen von nutzlosen und Ã¼berflÃ¼ssigen Menschen ruhig stellen und verwalten zu kÃ¶nnen. Der Einzelne fungiert so nur noch als Â»InformationÂ« in einer unendlichen kybernetischen Feedbackschleife &#8211;<br /> mÃ¶glicherweise der modernsten und bislang effektivsten Form des Lagers , in dem Kunst sowohl als Schmier- und Gleitmittel, wie als schein-kritische Maskerade dient.</p><p>Diese Â»consumerÂ« mÃ¼ssen durch elektronischen Medien-Klimbim verschiedenster Art wie Games, Game Shows oder Handyfernsehen eine elektronische FuÃŸfessel verpasst bekommen, die wie eine Injektion von Beruhigungsmitteln wirkt und zugleich die Menschen immer enger an die Maschinen bindet.<br /> Dennoch aufkommende StÃ¶rungen werden als RauschunterdrÃ¼ckung behandelt &#8211; und weggefiltert. So ist neben dem Â»ContainerÂ« und dem Â»packet-switchingÂ« auch der Â»FilterÂ« Voraussetzung und Emblem zugleich fÃ¼r eine Welt als globales Handelssystem, dessen Ausweitung militÃ¤risch und medial unablÃ¤ssig und zuverlÃ¤ssig vor StÃ¶rungen und Kritik gesichert wird.</p><p>Gewonnen wird durch die Digitalisierung einerseits ein ungeheures Tempo und (angeblich) unendliche KopierfÃ¤higkeit, sowie geringere Kosten, Enthierarchisierung, SpontanitÃ¤t des Zugriffs und Demokratisierung des Umgangs mit und des Einflusses auf die neuen Medien. Allerdings: nichts davon ist wahr.<br /> Das Internet, so wie alle anderen nun technisch ausreifenden digitalen Nutzungsarten funktionieren (nach ihrer Kommerzialisierung, die einer â€žexperimentellen Phaseâ€œ durch KÃ¼nstler folgt), nach dem immer gleichen Prinzip, das allerdings den von den â€žVerkaufsstrategenâ€œ darÃ¼ber verbreiteten Mythen widerspricht: sie sind nicht Ã¶ffentlich, sie haben Grenzen, und sie haben ein Zentrum.<br /> Und, den intereressanten und verfÃ¼hrerischen Aspekten der neuen Technologien stehen Verluste verschiedenster Art und erheblichen Umfangs gegenÃ¼ber.<br /> Vergessen scheinen die Versuche, z.B. Video als Werkzeug fÃ¼r GegenÃ¶ffentlichkeit, als ein kÃ¤mpferisches Medium, als Waffe fÃ¼r gesellschaftliche VerÃ¤nderungen zu begreifen. Statt dessen wurden die neuen Medien alsbald in den Bereich des Ã„sthetischen und der Kunst zurÃ¼ckgesperrt, wo sie als Auraspender, TÃ¼rÃ¶ffner und Gleitmittel fÃ¼r die PerversitÃ¤ten des heutigen Medienalltags dennoch eine wichtige Rolle zu spielen hatten: als Testfeld fÃ¼r die Digitalisierung und die aktuelle Verflachung, VerblÃ¶dung und &#8220;HerabzÃ¼chtung&#8221; von Sehen, HÃ¶ren und letztlich Verstehen.</p><p>Aktuell ist viel vom Wachstum des sogenannten â€žLong Tailâ€œ die Rede, wo angeblich â€ždie Demokratisierung der Produktion realisiert wird: neue Produzenten von Nischen-Content wie Blogger und Podcaster sind auf den Plan getreten, aber auch Werkzeuge, die die Produktion erleichtern: Computer, Digitalkameras, Blogsoftware und aus Game-Engines abgeleitete &#8220;Machinima&#8221;"-Software, mit deren Hilfe Nutzer einfacher denn je eigene Filme produzieren kÃ¶nnen. Zweitens sind die Transaktionskosten des Konsums durch neue Vertriebsmechanismen wie digitale Downloads oder Peer-to-Peer-MÃ¤rkte deutlich gesunken. Und drittens ist es durch Suchmaschinen, kollaborative Filter, Empfehlungssysteme und Internetcommunities leichter denn je, als Konsument den Weg zur passenden Nische zu finden.<br /> Im grÃ¶ÃŸeren Kontext heiÃŸt das, dass die sogenannte Individualisierung, die alles bestimmende gesellschaftliche Bewegung des 20. Jahrhunderts, sich auch im 21. Jahrhundert fortsetzt. Anders gesagt: Sie wird Ã¼berhaupt erst zu einer Bewegung, die den Namen verdient, denn das bestimmende Element war bislang eine Massenkultur, die den angeschlossenen Subjekten eine IndividualitÃ¤t durch Konsum mehr vorgaukelte als einlÃ¶ste. Im Zusammenspiel mit den MÃ¶glichkeiten der &#8220;Mass Customization&#8221; werden sich kÃ¼nftig Produkte vermarkten lassen, deren Zielgruppe genau eine Person umfasst.â€œ</p><p>Was aber, wenn einer dieser â€žVer-einzeltenâ€œ versucht, seine Kritik an<br /> dieser Entwicklung zu formulieren, oder, noch weitergehender, versucht, diese Entwicklung gegenlÃ¤ufig zu beeinflussen?<br /> Was geschieht bei der Konfrontation eines Einzelnen mit diesem wissenschaftlich-technisch- und kapitalistisch generierten â€žSystemâ€œ, in dem wir<br /> nun leben, und das nicht mehr ernsthaft diskutierbar erscheint?<br /> Was geschieht, wenn dessen Kritiker glauben, zum â€žÃ„uÃŸerstenâ€œ greifen zu mÃ¼ssen, um sicht- und hÃ¶rbar zu werden? Im (selbstzerstÃ¶rerischen) Wissen darum, dass jeder Angriff diesem System nur neue Energie zufÃ¼hren wird  und letztlich seiner weiteren Perfektionierung dienen wird?</p><p>So stand fÃ¼r mich nach Beendigung der Arbeit am Film konturierter als zuvor das Bild von einem scheinbar alternativlosen und von den USA dominierten Kapitalismus, der seine Kritiker, wie z.B. den New Yorker MedienkÃ¼nstler Paul Garrin, zu der Formulierung vom Â»corporate fascismÂ« provoziert.</p><p>Es fÃ¼hrt ein nicht nur diagrammatisch nachvollziehbarer Weg von Norbert Wieners Â»AA-PredikatorÂ« und Â»CyberneticsÂ« hin zu Konzepten fÃ¼r Â»Worldwide Mental HealthÂ«, der Politik des Â»ContainmentÂ« oder des Â»Electronic BattlefieldÂ« im Vietnamkrieg (die von der gleichzeitig verlaufenden â€” und teilweise gleichgeschalteten â€” Entwicklung von Multimedia- und Konzeptkunst begleitet wurde), der sich bis zu den gegenwÃ¤rtig in den USA von George W. Bush verfolgten Konzepten einer Â»EigentÃ¼mer-gesellschaftÂ« verlÃ¤ngern lÃ¤ÃŸt. Im darin zu verfolgenden Aufheben, Entgrenzen und systematischen ZerstÃ¶ren aller Ideen von SolidaritÃ¤t oder den Einrichtungen und Errungenschaften etwa der Arbeiterbewegung ist auch der Widerschein jenes antikollektiv (und antikommunistisch) gefÃ¤rbten Â»AtomismusÂ« zu sehen, dem die Teilnehmer der Macy-Konferenzen so zugetan waren.</p><p>Welchen Spielraum gibt es in dem skizzierten Szenario also fÃ¼r Korrekturen, Eingriffe, Widerstand, Abwehr oder VerÃ¤nderung? Wie muss der Begriff von â€žDIssidenzâ€œ nun neu gedacht und gefaÃŸt werden? Wird Kunst und werden KÃ¼nstler dabei Ã¼berhaupt noch eine Rolle spielen?<br /> Oder wird diese Kritik kÃ¼nftig eher von den â€žimmer weiter Enrechteten und Atomisierten, die sich selbst und den Supernannys dieser Welt Ã¼berlassenen, wie die Hartz-IV-EmpfÃ¤nger&#8230;oder den still vor sich hinhassenden Nicht- und ProtestwÃ¤hlerâ€œ kommen? Die â€žmit der einzigen ihnen verbliebenen Kraft, nÃ¤mlich ihrer kÃ¶rperlichen Kraft und Gewalt auf den StraÃŸen&#8230;â€œ agieren werden, wie es sich der SÃ¤nger der Band Blumfeld im Interview vorstellt?</p><p>Jede VerÃ¤nderung setzt eine vorherige Krise voraus. Es ist interessant, dass zur Zeit das Thema â€žKriseâ€œ verstÃ¤rkt in den Medien auftaucht.<br /> Bertolt Brecht und sein 1930/31 geplantes Zeitungsprojekt mit Walter Benjamin, das sich vorgenommen hatte, die â€žKrise auf allen Gebieten der Ideologieâ€œ entweder â€žfestzustellen oder herbeizufÃ¼hren, und zwar mit den Mitteln der Kritikâ€œ, wird wieder diskutiert, in der Berliner Zeitung TAZ<br /> sinnierte ein Autor kÃ¼rzlich Ã¼ber â€ždie Kriseâ€œ, die fÃ¼r ihn vor allem ein Moment systemischer Weichenstellungen darstellt, und â€žseit jeher Hand in Hand mit der Kritik gehtâ€œ, die sich fÃ¼r ihn offensichtlich aber heute (wie schon in den 30er Jahren fÃ¼r Brecht und Benjamin) selbst in der Krise befindet.<br /> Und auch am rechten nationalkonservativen Rand, in einer der letzten Ausgaben der Zeitschrift â€žSezessionâ€œ macht man sich Gedanken unter dem Titel â€žDas Lob der Kriseâ€œ. in der Hoffnung auf eine â€žechte Kriseâ€œ, wie sie der Historiker Jacob Burckhardt definierte, die einer â€žechten Oppositionâ€œ eine Chance verschafft, um â€ždie VerhÃ¤ltnisse zum Tanzen zu bringenâ€œ.</p><p>Befinden wir uns also gegenwÃ¤rtig in einer â€žechtenâ€œ Krisensituation, oder erleben wir doch nur Phasen eines vorausberechneten â€žsystemischenâ€œ Spiels, das Teil eines in den Jahren des Ãœbergangs vom â€žheiÃŸenâ€œ in den â€žkalten Kriegâ€œ entworfenen â€žEMERGENCY DESIGNâ€œ ist, in dem â€žVerÃ¤nderungâ€œ oder â€žDissidenzâ€œ nurmehr den â€žSystemlenkernâ€œ vorbehalten sind? Wer ist das? Ist das noch herauszufinden?</p><p>Bis jetzt hat das menschliche Gehirn diese und alle anderen seiner Erfindungen und Hervorbringungen ausgehalten. Auf die Rhetorik des vermeintlich Â»bevorstehenden DurchbruchsÂ« in Disziplinen wie Artificial Intelligence (AI), Computerwissenschaft oder moderner Hirnforschung wird zunehmend verzichtet, allerdings ohne die Anstrengungen dafÃ¼r zu vermindern. Aber, wie geht es weiter?<br /> Gefiele es mir, Â»wenn die Menschen in einer virtuellen Welt leben? Dass Maschinen klÃ¼ger sind als Menschen? Dass Menschen, Tiere und Pflanzen kÃ¼nftig Produkte von Technologie sind?Â«<br /> FÃ¼r Konstruktivisten wie Heinz von Foerster, ehemals SekretÃ¤r der Macy-Konferenzen und BegrÃ¼nder des Biological Computer Lab (BCL), scheint die Antwort auf diese und andere Fragen, die ich ihm in meinem Film stellte, scheinbar einfach:</p><p>Frage: Â»Was wird passieren? Wie geht das denn nun weiter?<br /> Â«Foerster: Â»Immer weiter mit ableiten.Â«<br /> Frage Â»Ja, aber es gibt doch irgendwo Grenzen?<br /> Â«Foerster: Â»Eben nicht, das ist das SchÃ¶ne, da kann man immerwieder weiter.Â«<br /> Frage Â»In der Logik!Â«<br /> Foerster: Â»Yes, genau!Â«<br /> Frage Â»Aber in der RealitÃ¤t?<br /> Â«Foerster: Â»Wo ist die RealitÃ¤t? Wo haben Sie die?Â«</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Michael Wald</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-28</link> <dc:creator>Michael Wald</dc:creator> <pubDate>Thu, 25 Jan 2007 17:50:34 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-28</guid> <description>Also ich empfehle mit dem Tractatus von Wittgenstein anzufangen!Wie Lutz Dammbeck zu der Aussage kommt werde ich Ihn einfach fragen.</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Also ich empfehle mit dem Tractatus von Wittgenstein anzufangen!</p><p>Wie Lutz Dammbeck zu der Aussage kommt werde ich Ihn einfach fragen.</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: andreas.mertens</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-27</link> <dc:creator>andreas.mertens</dc:creator> <pubDate>Thu, 25 Jan 2007 09:31:22 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-27</guid> <description>Da stellt sich mir die Frage, wie man auf solche Aussagen kommt, wie &quot;â€¦ einen eigenen Computer hat HvF nie besessen&quot;. Ich bin mir sicher, das HvF zwischen Mensch und Maschine sehr wohl unterschieden hatte. Allein schon die von Dir, Monika, wiedergespiegelte Herzlichkeit, WÃ¤rme und Menschlichkeit, wenn Du von Heinz sprichst, transportiert etwas vÃ¶lligst KontrÃ¤res, als das was Lutz Dammbeck transportiert. Es ist sooooo ANDERS .... klingt es in meinen Ohren ... und die GefÃ¼hle und die Konkruenz der Kommunikation ist sooooo ANDERS ! Da frage ich mich, wie kommt man Ã¼berhaupt auf Aussagen wie &quot;er habe nie einen Computer besessen&quot; ... oder &quot;was wollte man mit diesen Aussagen be-wirken&quot; und (!) welche WIRKUNG hat diese Inszenierung auf Menschen, die sich erstmalig mit Heinz auseinandersetzen. Deshalb an Alle, die diesen Blog lesen und sich &quot;frisch&quot; mit der Thematik auseinandersetzen, folgende Empfehlung fÃ¼r den Einstieg in das Thema:(1) &quot;Teil der Welt&quot; von Monika Broecker/HvF (2) &quot;KybernEthik&quot; von HvF (3) 2 x Zwei = GrÃ¼n (4) &quot;Die Wahrheit ist die Erfindung eines LÃ¼gners&quot;Denn, der erste Eindruck entscheidet, prÃ¤gt. So ist auch die erste Unterscheidung von immenser Wichtigkeit:&quot;Draw a distinction and create a universe&quot;Es liegt also jetzt in der Hand des Lesers, sein eigenes Universum zu erzeugen, durch seine Unterscheidung, welchen Weg er einschlÃ¤gt!It is up to you!Andreas Mertens</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Da stellt sich mir die Frage, wie man auf solche Aussagen kommt, wie &#8220;â€¦ einen eigenen Computer hat HvF nie besessen&#8221;. Ich bin mir sicher, das HvF zwischen Mensch und Maschine sehr wohl unterschieden hatte. Allein schon die von Dir, Monika, wiedergespiegelte Herzlichkeit, WÃ¤rme und Menschlichkeit, wenn Du von Heinz sprichst, transportiert etwas vÃ¶lligst KontrÃ¤res, als das was Lutz Dammbeck transportiert. Es ist sooooo ANDERS &#8230;. klingt es in meinen Ohren &#8230; und die GefÃ¼hle und die Konkruenz der Kommunikation ist sooooo ANDERS ! Da frage ich mich, wie kommt man Ã¼berhaupt auf Aussagen wie &#8220;er habe nie einen Computer besessen&#8221; &#8230; oder &#8220;was wollte man mit diesen Aussagen be-wirken&#8221; und (!) welche WIRKUNG hat diese Inszenierung auf Menschen, die sich erstmalig mit Heinz auseinandersetzen. Deshalb an Alle, die diesen Blog lesen und sich &#8220;frisch&#8221; mit der Thematik auseinandersetzen, folgende Empfehlung fÃ¼r den Einstieg in das Thema:</p><p>(1) &#8220;Teil der Welt&#8221; von Monika Broecker/HvF<br /> (2) &#8220;KybernEthik&#8221; von HvF<br /> (3) 2 x Zwei = GrÃ¼n<br /> (4) &#8220;Die Wahrheit ist die Erfindung eines LÃ¼gners&#8221;</p><p>Denn, der erste Eindruck entscheidet, prÃ¤gt. So ist auch die erste Unterscheidung von immenser Wichtigkeit:</p><p>&#8220;Draw a distinction and create a universe&#8221;</p><p>Es liegt also jetzt in der Hand des Lesers, sein eigenes Universum zu erzeugen, durch seine Unterscheidung, welchen Weg er einschlÃ¤gt!</p><p>It is up to you!</p><p>Andreas Mertens</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Monika Broecker</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-26</link> <dc:creator>Monika Broecker</dc:creator> <pubDate>Thu, 25 Jan 2007 02:42:17 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-26</guid> <description>Er hatte ausserdem noch einen Mac. Viele Gruesse, Monika</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Er hatte ausserdem noch einen Mac.<br /> Viele Gruesse, Monika</p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Andreas Mertens</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-25</link> <dc:creator>Andreas Mertens</dc:creator> <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 09:34:59 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-25</guid> <description>Der Beobachter des Videos sei jedoch vor der Inszenierung und Darstellung durch Lutz Dammbeck gewarnt. Die Aussage &quot;... einen eigenen Computer hat HvF nie besessen. Weil er offenbar glaubt, selber einer zu sein ...&quot; ist falsch! Monika Broecker, welche die letzten Jahre mit Heinz verbrachte, sagte mir einmal, dass Heinz einen alten Atari in seiner Kammer hatte. Zudem glaube ich NICHT, das Heinz glaubte ein Computer zu sein. Dies passt nicht mit seinem Modell der impliziten Ethik zusammen. Zudem vermute ich, das er die Terminologie &quot;triviale&quot; und &quot;nicht triviale&quot; Maschinen nutzte, um zu provozieren und um zu kontrastrieren. Um die Menschen anzuregen, die weiter denken :-)</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Beobachter des Videos sei jedoch vor der Inszenierung und Darstellung durch Lutz Dammbeck gewarnt. Die Aussage &#8220;&#8230; einen eigenen Computer hat HvF nie besessen. Weil er offenbar glaubt, selber einer zu sein &#8230;&#8221; ist falsch! Monika Broecker, welche die letzten Jahre mit Heinz verbrachte, sagte mir einmal, dass Heinz einen alten Atari in seiner Kammer hatte. Zudem glaube ich NICHT, das Heinz glaubte ein Computer zu sein. Dies passt nicht mit seinem Modell der impliziten Ethik zusammen. Zudem vermute ich, das er die Terminologie &#8220;triviale&#8221; und &#8220;nicht triviale&#8221; Maschinen nutzte, um zu provozieren und um zu kontrastrieren. Um die Menschen anzuregen, die weiter denken <img src='http://www.kybernethik.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /></p> ]]></content:encoded> </item> <item><title>Von: Michael Wald</title><link>http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/comment-page-1/#comment-24</link> <dc:creator>Michael Wald</dc:creator> <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 09:02:50 +0000</pubDate> <guid isPermaLink="false">http://www.kybernethik.de/index.php/2007/01/22/realitat-virtualitat-und-konstruktivismus/#comment-24</guid> <description>Das Interview findet man hier http://www.youtube.com/watch?v=PcPtl-vuGbI&amp;mode=related&amp;search=</description> <content:encoded><![CDATA[<p>Das Interview findet man hier <a href="http://www.youtube.com/watch?v=PcPtl-vuGbI&amp;mode=related&amp;search=" rel="nofollow">http://www.youtube.com/watch?v=PcPtl-vuGbI&amp;mode=related&amp;search=</a></p> ]]></content:encoded> </item> </channel> </rss>
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